Bericht von Unicef

Die Unicef hat die Resultate einer Umfrage bei Fachpersonen aus der kommunalen, kantonalen und privatwirtschaftlichen Raum-, Verkehrs- und Bauplanung, Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur veröffentlicht.

«Kinder von heute im Raum von morgen» – ein Bericht über die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen bei Planungs- und Bauvorhaben in der Schweiz. Diese Umfrage knüpft an frühere Studien aus den Jahren 2003 und 2015 an, welche die Partizipationsmöglichkeiten und die Entwicklung der Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in der Familie, der Schule und der Gemeinde beleuchteten. In der zweiten Studie stellte sich heraus, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrem Wohnumfeld am wenigsten von allen untersuchten Bereichen als teilhabend und mitgestaltend erleben. Als Folge wollten wir den Fokus nun direkt darauf richten, ob und wie Kinder und Jugendliche tatsächlich auf Bauprojekte und die Raumplanung in ihrer Gemeinde Einfluss nehmen können und wie diese Mitwirkung von den Fachleuten erlebt und beurteilt wird.

Kind sein heisst, sich in Raum und Zeit orientieren zu lernen, sich Raum und Zeit anzueignen und sich mit Raum und Zeit zu identifizieren. Dazu muss ein Kind die Möglichkeit haben, sich zunehmend autonomer in seiner räumlichen Umgebung zu bewegen, Menschen und Situationen zu begegnen und nicht zuletzt: den Raum mitzugestalten, in dem es lebt und sich bewegt. Kinder konsequent in Planungs- und Bauvorhaben einzubeziehen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe – was aber kein Grund sein soll, es bleiben zu lassen. Ist die Eingangsschwelle nämlich erst einmal überschritten, stellt sich die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen nicht als lästige Pflicht dar, sondern als Gewinn für alle.

Zu den raumbezogenen Grundbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gehören soziale Kontakte, unstrukturierte Orte, Austausch, Schutz und Rückzug, Ruhe und Erholung. Gleichzeitig möchten Kinder und Jugendliche sich ihren Lebensraum aktiv aneignen. Die Qualität der Räume im direkten Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen hat für die Persönlichkeitsund Identitätsentwicklung somit eine grosse Bedeutung.

Ebenso wichtig sind die Erwachsenen, welche die nachfolgende Generation dabei begleiten, in die Gesellschaft, die Zeit und den Raum hineinzuwachsen und darin ihren Platz zu finden. Kinder und Jugendliche sind überall – nicht nur auf dem Schulgelände, dem Spielplatz oder im Jugendtreff! Auch auf der Strassenkreuzung, im Spital und in der Wohnsiedlung. Wir müssen uns bewusst sein, dass die gesamte Raumplanung einen grossen Einfluss auf ihre Entfaltungsmöglichkeiten hat. In jedem Planungs- und Bauvorhaben stecken Aspekte und Konsequenzen, welche die Kinder und Jugendlichen mit betreffen, auch wenn dies manchmal auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Gerade deshalb sind wir aufgefordert, gut hinzuschauen und grundsätzlich jedes Projekt auch aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen zu betrachten. Zu dieser Haltung hat sich die Schweiz im Grundsatz bereit erklärt, als sie vor über 20 Jahren die UN-Konvention über die Rechte des Kindes einführte. Diese bringt als einen der vier Grundpfeiler die Verpflichtung mit sich, Kinder und Jugendliche in allen Entscheidungen zu berücksichtigen, die sie betreffen. Die Zusammenhänge zwischen Kind, Raum, Raumveränderung und Entscheidungsprozessen müssen uns interessieren. Als Erwachsene tragen wir eine kollektive Verantwortung dafür, dass die Kinder von heute im Raum von morgen aufblühen und erstarken, ihn als den ihrigen empfinden und ihm Sorge zu tragen bereit sind.

-Katherine Haller, Leiterin Public Affairs

Hier gehts zum vollständigen Bericht

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