Leitbild

Wozu ein Netzwerk Bildung und Architektur?

Bildungsbauten repräsentieren schon seit der Gründerzeit in der Sprache der Architektur Zeitgeist und Gesellschaft. Gerade wegen dem ständigen Wandel in Bautechnik und Pädagogik bestand zwischen Bildung und Architektur immer ein höchst interessantes und beidseits produktives Spannungsfeld. In den Dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts oder nach dem zweiten Weltkrieg führte ein intensiv geführter Dialog zwi­schen Behörden, Pädagog/innen, Schulärzt/innen und Architekt/innen in der Schweiz zu interessanten, aus der Sicht beider Disziplinen hervorragenden Lösun­gen mit weltweiter Ausstrahlung.

Heute präsentiert sich die Situation etwas anders: Scheitern baureife Vorlagen nicht an der Urne, so urteilen Volksmund, Pädagogen und Schuleltern öfters dia­metral entgegengesetzt zu Architekturzeitschriften und Fachjuroren.

Da Schulen immer mehr zu Tagesschulen werden und der obligatorische Schulbe­ginn früher ansetzt, werden Schulanlagen immer mehr zum wichtigsten Lebens­raum der Kinder und Jugendlichen.

Höchste Zeit also den Dialog zu intensivieren und auf eine sachliche, an den ge­wandelten Bedürfnissen der Heranwachsenden und der Unterrichtenden orientierte Ebene zu führen.

Dadurch, dass die Bildungspolitik auf Volksschulebene kantonal organisiert ist, die Verantwortung für die Bereitstellung der notwendigen Schulräume hingegen bei den Kommunen liegt, ergibt sich ein weiteres Spannungsfeld. Nebenamtliche, meist politisch gewählte Schulpflegemitglieder sind verantwortlich für die Umsetzung der Bildungsreformen in einer bestehenden Infrastruktur und manche fühlen sich mit dieser Aufgabe überfordert und im Stich gelassen.

Anders als nach dem zweiten Weltkrieg fliessen heute Investitionen nicht mehr ausschliesslich in Neubauten, sondern in die Erneuerung der Haustechnik, der Gebäudehülle, der Aussenanlagen oder in Um- und Anbauten bestehender Schulanlagen. Allzu oft bleiben dabei pädagogisch-funktionale Erneuerungen hinter den baulichen zurück.

Nicht aus böswilliger Absicht, sondern weil es an geeigneten Verfahren und Anrei­zen zur Moderation integraler und ressortübergreifender Planungsprozesse fehlt.

Es sind konkrete Antworten auf vielfältige, damit verbundene Fragen der täglichen Praxis gefragt, von denen im Folgenden ein paar wenige aufgezählt werden:

Wachstumsgemeinden: Wie löst man eine Schulraumplanung aus, welche auch die bestehenden Schulbauten mit einbezieht?

Veränderungen im Bestand: Wie kann man den baulichen Instandsetzungsbedarf so erfüllen, dass gleichzeitig auch neue pädagogischen Anforderungen an die Schulräume befriedigt werden können?

Wie können die strengen feuerpolizeilichen Anforderungen und der Wunsch auch Korridore in den Unterricht einzubeziehen nicht nur bei Neu-, sondern auch bei Umbauten unter einen Hut gebracht werden?

Wie sind Aussenräume zu gestalten, dass sie einerseits dem Unterricht im Freien dienen, andererseits Kindern vielfältiges Spiel ermöglichen und Jugendlichen als Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen?

Abwanderungsgemeinden: Was tun mit dem freiwerdenden Schulraum? Kann nicht wenigstens der Kindergarten im Dorf gehalten werden?

Viele offene Fragen, welche auf Dialoge, befriedigende Antworten und Hilfestel­lungen warten! Das Netzwerk will sich diesen Fragen annehmen.

Wer ist das Netzwerk?

Das Netzwerk ist ein eine gemeinnützige, parteiunabhängige, überkantonale Institution. Es verfolgt ideelle Ziele zur Qualitätsentwicklung der Schulanlagen in der Schweiz. Dazu fördert das Netzwerk die systematische Erarbeitung und regelmässige Publikationen von Erkenntnisgrundlagen an der Schnittstelle zwischen Bildung und Architektur.

 

Was tut das Netzwerk konkret?

Zielsetzungen

Hier finden Sie das neue Leitbild, welches am 19.5.2016 von der Mitgliederversammlung verabschiedet wurde und das ursprüngliche Leitbild von der Gründungsversammlung vom 11.11.2009 ersetzt.

Welche Rechtsform hat das Netzwerk?

Das Netzwerk hat die Rechtsform eines Vereins. Es konstituiert sich aus den Beitrittswilligen selber. Mitglieder können Einzelpersonen, Firmen oder Institutionen werden.

Wer ist im Netzwerk vertreten?

Im Netzwerk sind interessierte Persönlichkeiten von Bildungsinstitutionen, Be­hörden, aus der Verwaltung und aus privaten Architektur-, Landschaftsgestaltungs- und Raumplanungsbüros vertreten, welche an dieser Schnittstelle tätig sind, über Know-How verfügen oder entsprechende Dienstleistungen anbieten.

Wie finanziert sich das Netzwerk?

Das Netzwerk finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Erlöse aus Tagungen, dem Verkauf von Publikationen, Beiträge von Institutionen, insbes. Stiftungen und über freiwillige Zuwendungen.

Welche Anreize bestehen für eine Mitgliedschaft?

Mitglieder des Netzwerkes profitieren von einem bevorzugten Zugang zu den im Netzwerk gesammelten und aufgearbeiteten Informationen. Sie erhalten für die Teilnahme an Tagungen und für den Erwerb von Publikationen des Netzwerkes erhebliche Ermässigungen. Aktive Mitglieder des Netzwerkes werden als Fachleute weiter empfohlen, sei es als Dienstleister oder als Mitglieder von Fachjurys bei Schulbauwettbewerben.

Wie oft trifft sich das Netzwerk?

Die Mitglieder treffen sich zwei bis max. drei mal jährlich an einem Nachmittag. Die Treffen dienen dem gezielten fachlichen Austausch, der Diskussion neuer Themen und der Mitgestaltung der künftigen Aktivitäten. An einem anschliessenden Apéro kann der persönliche Austausch gepflegt werden.

Einer der Nachmittage dient auch zur Einbringung formeller Anträge anlässlich der Durchführung der ordentlichen Generalversammlung.